GMP-Schulung: Wie oft ist sie notwendig?

Hände mit Smartphone in einer GMP Schulung

Welche Arten von GMP-Schulungen gibt es?

Schulungen und der Austausch von Wissen sind unverzichtbare Bestandteile der Guten Herstellungspraxis (GMP). In diesen Schulungen werden die Anforderungen und Richtlinien für die Herstellung in der Pharmaindustrie vermittelt. Dabei gibt es folgende Arten von GMP-Schulungen:

  • GMP-Grundlagenschulungen: Einführungskurse für neue Mitarbeiter oder Personen, die erstmals mit GMP-Standards in Berührung kommen. Sie vermitteln grundlegendes Wissen über GMP-Prinzipien und -Vorschriften.
  • Jährliche GMP-Auffrischungsschulungen: Regelmäßige Schulungen, um bestehendes Wissen zu aktualisieren und die neuesten GMP-Anforderungen zu vermitteln.
  • Spezifische GMP-Schulungen: Konzentrieren sich auf bestimmte Bereiche oder Prozesse, wie z. B. Reinraumverhalten, Dokumentationspraktiken oder Umgang mit spezifischen Geräten.

Diese Weiterbildungen werden als offene, firmeninterne oder Online-Schulungen angeboten. Mischformen erfreuen sich heute großer Beliebtheit und tragen zu höheren Teilnahmeraten sowie Erfolgsquoten bei.

Welche Regelungen beeinflussen GMP-Schulungen?

Eine Reihe an gesetzlichen Normen bestimmt, wie oft und mit welchen Inhalten eine GMP-Schulung erfolgen soll. Zu den wichtigsten GMP-Regularien zählen dabei:

  • EU-GMP-Leitfaden: Die EU-Richtlinie 2017/1572 und die Verordnung 2017/1569 fordern regelmäßige Schulungen des Personals.
  • Arzneimittelgesetz (AMG): Das Arzneimittelgesetz (AMG) regelt in Deutschland die Herstellung und den Vertrieb von Arzneimitteln und schreibt regelmäßige Schulungen für qualifiziertes Personal vor.
  • FDA (21 CFR Part 210/211): Die GMP-Regularien der Food and Drug Administration betonen die Bedeutung von Personalqualifikation und -schulung.
  • International Council for Harmonisation: Die ICH Q7 (Wirkstoffe) und ICH Q10 (Qualitätssysteme) enthalten Anforderungen an die Schulung und Qualifikation des Personals.

Eine zentrale Anforderung dieser Regularien ist, dass alle Mitarbeiter regelmäßig an GMP-Schulungen teilnehmen. Es wird jedoch nicht im Detail definiert, wann eine GMP-Schulung erforderlich wird.

Wann ist eine GMP-Schulung erforderlich?

Jedes Unternehmen legt einen Schulungsplan fest, der GMP-Schulungen umfasst. Um GMP-Compliance sicherzustellen, müssen Schulungen regelmäßig und zur richtigen Zeit erfolgen. Eine solche GMP-Weiterbildung ist zum Beispiel immer dann erforderlich, wenn:

  • Neue Mitarbeiter eingestellt werden oder Personalwechsel stattfinden.
  • Änderungen in Verfahren, Vorschriften oder SOPs auftreten.
  • GMP-Audits vorbereitet werden.
  • Eine Auffrischung des Wissens zur Einhaltung der Compliance erforderlich wird.
  • Neue Technologien, Prozesse oder Produkte eingeführt werden.
  • Bei einem GMP-Audit Mängel oder Abweichungen festgestellt wurden, die auf Schulungsdefizite hindeuten.

Solche GMP-Schulungen gewährleisten, dass alle gesetzlichen Anforderungen und Qualitätsstandards im stark regulierten Pharmaumfeld eingehalten werden.

Ist eine jährliche GMP-Schulung erforderlich?

Ja, eine jährliche GMP-Schulung ist erforderlich und wird von Regulierungsbehörden sowie Industriestandards empfohlen. Gesetzliche Vorschriften fordern nicht immer explizit jährliche Schulungen, doch regelmäßige GMP-Schulungen sind verpflichtend. Jährliche GMP-Schulungen gelten dabei als gutes Mindestmaß für Compliance. Die korrekte Dokumentation der Unterweisungen ist darüber hinaus für GMP-Audits relevant.

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Sind GMP-Schulungen für Audits wichtig?

Ja, GMP-Schulungen sind von zentraler Bedeutung für Audits. Solche Weiterbildungen halten das Personal auf dem neuesten Stand der regulatorischen Anforderungen. Fehlen regelmäßige und effektive Schulungen, steigt das Risiko von Auditabweichungen erheblich. Solche Abweichungen können gravierende Folgen für die Produktion, die Compliance und die Reputation des Unternehmens haben.

Woran erkennt man eine gute GMP-Schulung?

Eine gute GMP-Schulung vermittelt mehr als nur Theorie. Sie verbindet aktuelle GMP-Inhalte mit interaktiven Methoden und praktischer Anwendung. Dabei ist besonders wichtig, dass die Schulung an die Bedürfnisse des Unternehmens und der Teilnehmenden abgestemmt wird. Wir haben zusammengefasst, was eine gute GMP-Schulung ausmacht.

Qualifizierte Trainer und aktueller Lehrstoff

Der Erfolg einer GMP-Schulung hängt maßgeblich von den Trainern ab. Qualifizierte Trainer verfügen über fundiertes Fachwissen und kennen die neuesten gesetzlichen Anforderungen. Sie können komplexe Inhalte verständlich vermitteln und auf individuelle Fragen eingehen. Aktueller Lehrstoff ist ebenfalls unerlässlich, da sich Regularien und Technologien ständig weiterentwickeln. Ihre Mitarbeitenden bleiben dadurch auf dem neuesten Stand.

Praxisorientierung und interaktive Lernmethoden

Theorie allein reicht nicht aus, um GMP-Regeln effektiv umzusetzen. Daher setzt eine gute Schulung auf praxisnahe Fallstudien, Übungen und Simulationen. Interaktive Methoden wie Gruppenarbeiten, Diskussionen und Workshops fördern dabei das aktive Mitwirken der Teilnehmenden. So wird der Lernerfolg erhöht, und die Mitarbeiter können das Gelernte direkt anwenden und vertiefen. Auf diese Weise wird eine nachhaltige Wissensvermittlung erreicht.

Anpassung an Unternehmensbedürfnisse

Jedes Unternehmen hat individuelle Anforderungen und Herausforderungen. Eine hochwertige GMP-Schulung berücksichtigt diese Besonderheiten und passt die Inhalte entsprechend an. Ob spezielle Prozesse, interne Richtlinien oder branchenspezifische Vorschriften – die Schulung sollte maßgeschneidert sein. So bietet sie maximalen Nutzen und stärkt entscheidenden Kompetenzen, die für Ihr Unternehmen relevant sind.

Nachhaltige Unterstützung und Lernerfolgskontrolle

Lernen ist ein fortlaufender Prozess. Eine gute GMP-Schulung bietet daher auch über das Seminar hinaus Unterstützung an. Zum Beispiel durch zusätzliche Lernmaterialien, E-Learning-Module oder Follow-Up-Veranstaltungen. Die Kontrolle des Lernerfolgs durch Tests oder praktische ermöglicht eine genaue Evaluation des Wissensstands der Teilnehmenden. Eventuelle Wissenslücken können so gezielt geschlossen werden. Dies fördert die individuelle Entwicklung der Mitarbeiter und trägt zur langfristigen Qualitätssicherung im Unternehmen bei.

Was sind die größten Herausforderungen bei GMP-Schulungen?

GMP-Schulungen sind für jedes Unternehmen in der Pharmaindustrie unverzichtbar, um Produktqualität und Compliance sicherzustellen. Weiterbildungen erfordern eine sorgfältige Planung und Umsetzung, um effektiv zu sein. Folgende Herausforderungen gelten dabei als die größten:

  1. Unterschiedliche Wissensstände der Teilnehmenden

Herausforderung: Die Teilnehmenden bringen oft unterschiedliche Vorkenntnisse und Erfahrungen mit. Das erschwert die Gestaltung von Inhalten, die für alle verständlich und relevant sind.

Lösungsansatz: Eine modulare Schulungsstruktur kann verschiedene Wissensniveaus abdecken. Vorab-Fragebögen helfen, den Kenntnisstand zu ermitteln und die Schulung anzupassen.

  1. Komplexität der GMP-Richtlinien

Herausforderung: GMP-Richtlinien sind umfangreich und komplex, was die Vermittlung erschwert. Teilnehmenden können von der Fülle an Informationen überfordert sein.

Lösungsansatz: Praxisnahe Beispiele und Fallstudien vereinfachen komplexe Themen. Interaktive Methoden fördern das Verständnis und die Anwendung des Gelernten.

  1. Motivation und Engagement der Teilnehmenden

Herausforderung: Nicht alle Mitarbeiter sind motiviert, an Schulungen teilzunehmen. Geringe Motivation reduziert die aktive Teilnahme und den Lernerfolg.

Lösungsansatz: Die Relevanz der Themen für den Arbeitsalltag betonen steigert das Interesse. Abwechslungsreiche und interaktive Methoden erhöhen die Motivation der Teilnehmenden.

  1. Nachhaltiger Wissenstransfer

Herausforderung: Ohne kontinuierliche Wiederholung verliert sich das Gelernte schnell. Mitarbeiter wenden das Wissen im Alltag nicht dauerhaft an.

Lösungsansatz: Regelmäßige Auffrischungskurse sichern den langfristigen Lernerfolg.

  1. Anpassung an spezifische Unternehmensbedürfnisse

Herausforderung: Standardisierte Schulungen decken nicht immer unternehmensspezifische Anforderungen ab. Wichtige Inhalte für die tägliche Arbeit fehlen oft.

Lösungsansatz: Maßgeschneiderte Schulungen berücksichtigen individuelle Prozesse und Herausforderungen. Enge Zusammenarbeit mit internen Fachabteilungen hilft, die Inhalte anzupassen.

  1. Zeit- und Ressourcenmanagement

Herausforderung: Schulungen beanspruchen Zeit und Ressourcen, die oft knapp sind. Dies führt zu Verschiebungen oder Verkürzungen der Schulungsmaßnahmen.

Lösungsansatz: Flexibles Schulungsdesign erleichtert die Integration in den Arbeitsalltag. Effiziente Planung minimiert den Einfluss auf den Betriebsablauf.

  1. Technologische Barrieren

Herausforderung: Fehlende Infrastruktur oder technische Kompetenz erschweren moderne Schulungen. Teilnehmende könnten mit digitalen Methoden überfordert sein.

Lösungsansatz: Investitionen in technische Ausstattung und Schulungen zur digitalen Kompetenz bauen Barrieren ab. Hybride Modelle kombinieren traditionelle und digitale Methoden effektiv.

  1. Kulturelle Unterschiede und Sprachbarrieren

Herausforderung: In internationalen Teams können kulturelle Unterschiede die Schulung beeinträchtigen. Sprachbarrieren erschweren das Verständnis der Inhalte.

Lösungsansatz: Schulungsmaterialien in verschiedenen Sprachen erhöhen die Verständlichkeit. Berücksichtigung kultureller Besonderheiten fördert Akzeptanz und Teilnahme.

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Unser erfahrenes GMP-Team hat Schulungen erfolgreich für Unternehmen jeder Größe durchgeführt. Wir helfen Ihnen, Ihre nächste GMP-Schulung optimal vorzubereiten und umzusetzen.

Checkliste: GMP-Schulungen und die wichtigsten Inhalte

Mit einer gut geplanten Schulung stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter die GMP-Anforderungen verstehen und erfolgreich umsetzen. Diese Checkliste hilft Ihnen dabei, die wichtigsten Inhalte einer GMP-Schulung zu überprüfen:

Grundlagen der Good Manufacturing Practice (GMP)

  • Einführung in GMP: Die Schulung sollte die Geschichte und Bedeutung von GMP in der Pharmaindustrie vermitteln.
  • GMP-Prinzipien: Die grundlegenden Prinzipien und Ziele von GMP müssen erklärt werden.

Gesetzliche Anforderungen und Richtlinien

  • Nationale und internationale Vorschriften: Aktuelle gesetzliche Anforderungen wie EU-GMP-Leitfaden oder FDA-Regelungen sollten behandelt werden.
  • Regulatorische Updates: Neue Entwicklungen und Änderungen in den GMP-Regularien sollten besprochen werden.

Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung

  • Qualitätsmanagementsysteme (QMS): Der Aufbau und die Funktion eines effektiven QMS sollten erläutert werden.
  • Dokumentationspflichten: Die Bedeutung von korrekter und vollständiger Dokumentation sollte betont werden.

Standardarbeitsanweisungen (SOPs) und Dokumentation

  • Erstellung und Pflege von SOPs: Die Schulung sollte vermitteln, wie SOPs erstellt und aktualisiert werden.
  • Dokumentenlenkung: Es sollte erklärt werden, wie Dokumente kontrolliert und zugänglich gemacht werden.

Personalhygiene und Verhalten

  • Hygienevorschriften: Anforderungen an persönliche Hygiene und Sauberkeit sollten vermittelt werden.
  • GMP-gerechtes Verhalten: Die Bedeutung von Verhaltensweisen, die die Produktqualität sichern, sollte betont werden.

Herstellungsprozesse und Produktionshygiene

  • Anlagen und Ausrüstung: Anforderungen an die Reinigung und Wartung von Anlagen sollten besprochen werden.
  • Kontaminationskontrolle: Maßnahmen zur Vermeidung von Kreuzkontaminationen sollten erklärt werden.

Umgang mit Abweichungen und CAPA

  • Abweichungsmanagement: Die Schulung sollte zeigen, wie Abweichungen erkannt, dokumentiert und gemeldet werden.
  • Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen (CAPA): Der Prozess zur Einleitung von CAPA-Maßnahmen sollte erläutert werden.

Qualifizierung und Validierung

  • Anlagen- und Prozessqualifizierung: Die Bedeutung und Methoden der Qualifizierung sollten vermittelt werden.
  • Prozess- und Reinigungsvalidierung: Notwendigkeit und Durchführung der Validierung sollten erklärt werden.

Audit- und Inspektionsvorbereitung

  • Interne Audits: Vorbereitung und Durchführung interner Audits sollten Teil der Schulung sein.
  • Verhalten bei externen Inspektionen: Tipps zum Umgang mit Behördeninspektionen sollten gegeben werden.

Risikomanagement

  • Grundlagen des Risikomanagements: Methoden zur Identifizierung und Bewertung von Risiken sollten vermittelt werden.
  • Anwendung von ICH Q9: Die Prinzipien des Qualitätsrisikomanagements nach ICH Q9 sollten erklärt werden.

Datenintegrität

  • Anforderungen an Datenintegrität: Die Bedeutung der ALCOA+-Prinzipien sollte betont werden.
  • Umgang mit elektronischen Daten: Besonderheiten bei der Handhabung elektronischer Systeme und Daten sollten erläutert werden.

Lieferanten- und Materialmanagement

  • Auswahl und Bewertung von Lieferanten: Kriterien für die Lieferantenauswahl und -bewertung sollten behandelt werden.
  • Wareneingangskontrolle: Anforderungen an die Prüfung von eingehenden Materialien sollten erklärt werden.

Schulung und Kompetenzentwicklung

  • Regelmäßige Schulungen: Die Notwendigkeit kontinuierlicher Schulungsmaßnahmen sollte betont werden.
  • Dokumentation von Schulungen: Es sollte vermittelt werden, wie Schulungen dokumentiert und nachverfolgbar gemacht werden.

Fazit: GMP-Schulungen sind Pflicht für Compliance

In der Pharmaindustrie bilden GMP-Schulungen das Rückgrat der Qualitätssicherung. Sie gewährleisten die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und tragen maßgeblich zur Produktsicherheit bei. Um das Wissen der Mitarbeiter stets aktuell zu halten, sind regelmäßige Weiterbildungen unerlässlich. Besonders jährliche Auffrischungskurse spielen eine Schlüsselrolle für die dauerhafte GMP-Compliance. Wirkungsvolle GMP-Schulungen zeichnen sich durch praxisnahe Inhalte und kompetente Trainer aus. Die Anpassung an unternehmensspezifische Anforderungen erhöht dabei ihre Effektivität erheblich. GMP-Schulungen und -Weiterbildungen sind ein entscheidender Erfolgsfaktor im stark regulierten Pharmaumfeld.

Machen Sie sich bereit für Ihre nächste GMP-Schulung

Die Durchführung einer GMP-Schulung erfordert Fachwissen und eine präzise Planung. Unsere Experten sind bereit, maßgeschneiderte Weiterbildungen für Sie zu gestalten und durchzuführen.

Verwendete Quellen

Europäische Kommission. (2017). Richtlinie 2017/1572 zur Ergänzung der Richtlinie 2001/83/EG über Grundsätze und Leitlinien der Guten Herstellungspraxis für Humanarzneimittel. URL: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32017L1572.

Europäische Kommission. (2017). Verordnung (EU) 2017/1569 zur Festlegung von Grundsätzen und Leitlinien für die Gute Herstellungspraxis bei Prüfpräparaten zur Anwendung beim Menschen. URL: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32017R1569.

U.S. Food and Drug Administration (FDA). (2023). Code of Federal Regulations, Title 21, Parts 210 and 211: Current Good Manufacturing Practice in Manufacturing, Processing, Packing, or Holding of Drugs. URL: https://www.ecfr.gov/current/title-21.

International Council for Harmonisation of Technical Requirements for Pharmaceuticals for Human Use (ICH). (2000). ICH Q7: Good Manufacturing Practice Guide for Active Pharmaceutical Ingredients. URL: https://database.ich.org/sites/default/files/Q7_Guideline.pdf.

International Council for Harmonisation of Technical Requirements for Pharmaceuticals for Human Use (ICH). (2008). ICH Q10: Pharmaceutical Quality System. URL: https://database.ich.org/sites/default/files/Q10_Guideline.pdf.